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Entwässerung und Dränage

Dränagegraben
Dränagegraben

© Antonius Klein
Das Anlegen von Entwässerungsgräben und Dränagesystemen in sumpfigen Wiesen oder Bruchwäldern gehörte jahrzehntelang zur gängigen Praxis in Land- und Forstwirtschaft. Allerdings führte diese Praxis zu einem gravierenden Lebensraumverlust für vielen Tier- und Pflanzenarten. So sind es gerade die Arten jener Feuchtlebensräume, die einen erheblichen Anteil an der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten ausmachen.

Einschränkungen

Das Bundesnaturschutzgesetz bestimmt daher inzwischen für landwirtschaftliche Flächen, dass die natürliche Ausstattung einer Fläche (Boden, Wasser, Flora, Fauna) nicht über das zur Erzielung eines nachhaltigen Ertrages notwendige Maß hinaus beeinträchtigt werden darf. Eine Veränderung des Wasserhaushaltes durch Entnehmen oder Ableiten von Grund- oder Stauwasser würde also nur dann in den Rahmen der guten fachlichen Praxis fallen, wenn die Fläche ansonsten landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar wäre (z.B. auch nicht mehr als Extensivweide).

Darüber hinaus gibt es auch spezielle naturschutzrechtliche Einschränkungen für die Entwässerung land- und forstwirtschaftlicher Nutzflächen.

Nasswiese mit Blühaspekt der Kuckuckslichtnelke
Nasswiese mit Blühaspekt der Kuckuckslichtnelke

© Antonius Klein
So gehören Feuchtwiesen bzw. Feuchtweiden und Bruchwälder zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Diese Biotope bedürfen keiner gesonderten Ausweisung, sondern genießen den Schutz des Gesetzes, sobald bestimmte, Feuchtigkeit anzeigende Pflanzenarten dort vorkommen. Jegliche Entwässerung derartiger Biotope, sei es durch Gräben, Dränagesysteme, Aufschüttung mit dränfähigem Erdmaterial oder sonstigen Methoden, ist verboten. Dies betrifft nicht nur die erstmalige Entwässerung, sondern auch die Wiederherrichtung alter, jedoch bereits seit langem nicht mehr funktionsfähiger Gräben und Dränagesysteme. Der unmittelbaren Entwässerung dieser Biotope gleichgestellt sind Maßnahmen, die darauf abzielen, den unter- und oberirdischen Zustrom von Wasser zu den Flächen zu unterbinden.

Genehmigungspflicht

Auch außerhalb der gesetzlich geschützten Biotope, beispielsweise in Landschaftsschutzgebieten (rd. 77 % der Kreisfläche), bedarf die Entwässerung feuchter Wiesen bzw. Weiden und Wälder im baulichen Außenbereich der Genehmigung durch die untere Landschaftsbehörde.

Keiner naturschutzrechtlichen Genehmigung bedarf dagegen die regelmäßige Pflege und Unterhaltung noch funktionsfähiger Dränagen. Erfüllt allerdings eine Dränage über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren hinweg ihre nach der guten fachlichen Praxis übliche Funktion nicht mehr, so gelten Arbeiten daran nicht mehr als Unterhaltung. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich infolge der unterbliebenen Unterhaltung auf oder im funktionalen Umfeld der Fläche ein gesetzlich geschütztes Biotop entwickelt hat.

Ausnahme

Die Pflege und Unterhaltung von Wegeseitengräben ist vom Verbot der Entwässerung nicht betroffen. Gleichwohl sollte auch sie schonend und möglichst im Herbst durchgeführt werden, um nicht in Konflikt mit Belangen des Artenschutzes (Amphibien) zu kommen.

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