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08.06.2022

Umweltfreundliche Antriebe
für den Busverkehr

Mit welcher Energie sollen Busse in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein in Zukunft fahren: Diesel, Batterie oder Brennstoffzelle? Über diese Grundsatzfrage werden die politischen Gremien noch in diesem Sommer entscheiden.  

Einen detaillierten Vergleich der Optionen präsentierte kürzlich Dr. Matthias Rogge vom Planungsbüro ebusplan aus Aachen in einer Sondersitzung des Umwelt- und Strukturausschusses des Kreises Olpe.

Saubere Antriebe gesetzlich vorgeschrieben 

Dass die Busflotte auf neue Antriebe umgestellt werden muss, steht fest: Das schreibt eine EU-Richtlinie vor, die inzwischen in deutsches Recht überführt wurde. Zu entscheiden ist noch, auf welche Antriebsarten gesetzt werden soll und in welchem Zeitraum welcher Anteil an Bussen umgerüstet wird. Denn hier lassen die Vorgaben Spielraum.

Für die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein, den Bereich der ZWS (Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd), präsentierte Dr. Rogge drei Optionen: Bei der minimalen Variante, welche die gesetzlichen Mindestanforderungen abdeckt, würde gut ein Viertel der Busse bis 2033 emissionsfrei fahren. Bei der moderaten Variante wären es rund die Hälfte und bei der maximalen Variante alle. „Ich selbst und auch mein Kollege Andreas Müller aus Siegen-Wittgenstein werden der Politik die maximale Variante empfehlen“, stellte Landrat Theo Melcher klar. „Die Kreise haben hier absolut eine Vorbildfunktion.“

Vergleich der verschiedenen Antriebstechniken

Der Experte aus Aachen verglich außerdem die verschiedenen Antriebe im Hinblick auf ihre CO2-Emissionen, die anfallenden Mehrkosten im Vergleich zum Dieselbus, die Ladeinfrastruktur sowie betriebliche Vor- und Nachteile. Alles zusammen führte zu einer klaren Technologie-Empfehlung: Batteriebusse mit Hybridheizung stellen laut Dr. Rogge die effizienteste und wirtschaftlichste Option dar und liegen klar vor Antriebsvarianten mit Brennstoffzellentechnik.

86 Prozent weniger CO2-Emissionen

Der positive Effekt für das Klima wäre enorm: Derzeit stößt die Busflotte auf den drei untersuchten Linienbündeln (von insgesamt fünf) pro Jahr rund 15.000 Tonnen CO2 aus. Bei einer vollständigen Elektrifizierung bis 2033 würde dieser Ausstoß um 86 Prozent zurückgehen.

Fördermittel möglich

Die Umstellung bedeutet jedoch auch Mehrkosten: E-Busse sind teurer in der Anschaffung als Dieselbusse, zudem müssen Lademöglichkeiten auch außerhalb des Betriebshofs geschaffen werden. Je nachdem, für welche Antriebstechnik und welchen Ausbauanteil die zuständigen Gremien votieren, liegen die erwarteten jährlichen Mehrkosten im Vergleich zum bisherigen Betrieb im ein- bis zweistelligen Millionenbereich. Abfedern könnten diese Belastung Fördermittel.

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