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Inzwischen 127 bestätigte Corona-Fälle im Kreis Olpe (30.03.2020)

Landrat zieht erste Zwischenbilanz

Drei Wochen sind vergangen, seitdem im Kreis Olpe nach Bekanntwerden der ersten Verdachtsfälle die ersten Corona-Tests durchgeführt wurden. Am 11. März lag dann das erste positive Testergebnis im Kreis Olpe vor und bis heute (30. März) ist die Zahl der bestätigten Fälle auf 127 angestiegen. Leider ist inzwischen auch ein erster Todesfall zu verzeichnen. 

„Mit dem Auftauchen der ersten Corona-Fälle im Kreis Olpe haben sich die Abläufe in der Kreisverwaltung komplett verändert“, stellt Landrat Frank Beckehoff fest. Auch für ihn stellt die derzeitige Situation eine besondere Herausforderung dar, die er so in seiner langjährigen Verwaltungslaufbahn zum ersten Mal erlebt. „Das Gesundheitsamt des Kreises wird inzwischen von mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus anderen Verwaltungsbereichen verstärkt. Ich bin froh, dass wir trotz anfänglicher Schwierigkeiten die neuen Abläufe inzwischen so organisiert haben, dass alle Verdachtsfälle schnell erfasst und auch zügig zur Testung eingeladen werden können.“ 

In den ersten beiden Wochen stiegen die Fallzahlen nur mäßig an. Dies lag allerdings vor allem darin begründet, dass die Wartezeit auf die Laborergebnisse bis zu sieben Tage betrug. „Seit vergangener Woche arbeiten wir mit einem weiteren Labor zusammen, das uns nun sehr zügig die Ergebnisse liefert. Dies erklärt den sprunghaften Anstieg der Fallzahlen zum Ende der vergangenen Woche. Die steigenden Fallzahlen spiegeln aber auch wider, dass wir inzwischen über ausreichende Kapazitäten bei der Abstrichentnahme verfügen“, so der Landrat. Mindestens 120 Tests pro Tag können dank der Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes in den beiden Abstrichstellen in Olpe und Lennestadt genommen werden. Bei Bedarf können zusätzlich weitere Tests durch das mobile Team des Gesundheitsamtes genommen werden. „Damit sind wir aktuell sehr gut aufgestellt. Derzeit gehen von den Hausärzten gar nicht so viele Neumeldungen von Patienten ein, so dass wir die volle Kapazität von 120 Tests pro Tag bisher nicht ausschöpfen müssen“, erklärt Frank Beckehoff. 

In den vergangenen drei Wochen wurden insgesamt 723 Corona-Abstriche genommen und ins Labor geschickt. Sobald ein positives Testergebnis vorliegt, ermittelt das Gesundheitsamt die jeweiligen Kontaktpersonen. „Über 1.500 Personen wurden so in den letzten Wochen vom Gesundheitsamt angerufen und nach der jeweiligen gesundheitlichen Situation befragt. Sofern ein enger persönlicher Kontakt zu einer infizierten Person besteht, wird ebenso wie für die infizierte Person bereits am Telefon eine Quarantäne angeordnet“, erklärt der Landrat.  

Insgesamt wurden bisher 952 Personen in Quarantäne geschickt, über 500 Personen konnten diese bereits wieder verlassen. In Summe liegen bis heute 127 positive und 427 negative Testergebnisse vor. Bei 168 Tests steht das Ergebnis noch aus. 

Der Kreis Olpe richtet sich bei der Anordnung der Testung grundsätzlich weiterhin nach den vom Robert-Koch-Institut vorgegebenen Kriterien. Diese Kriterien sind in der vergangenen Woche erweitert worden. So werden z.B. nun auch alle Personen getestet, die in medizinischen oder pflegerischen Bereichen arbeiten, wenn bei ihnen Krankheitssymptome auftauchen. „Allerdings stehen weder genügend Personal noch Testmaterial zur Verfügung, um bei jeder Person mit Atemwegserkrankungen einen Abstrich zu nehmen“, so Frank Beckehoff. Ob sich hier in den nächsten Wochen oder Monaten noch Veränderungen ergeben, werde sich zeigen.  

Der Landrat rechnet damit, dass auch in den nächsten Wochen die Fallzahlen weiter ansteigen werden. „Die Verbreitung des Virus können wir nicht aufhalten. Wir hoffen aber, dass sich durch die seit vergangener Woche geltende Kontaktsperre die Verbreitung verlangsamt“, so Frank Beckehoff. „Ich appelliere deshalb nochmals an Alle: Halten Sie sich an die Regelungen. Umso schneller können wir die Krise bewältigen.“

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