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Informationen zur Blauzungenkrankheit 2021

Nach dem Ausbruch der Blauzungenkrankheit in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg wurde am 18. Januar 2019 auch ein Fall in einem Betrieb im Landkreis Bad Kreuznach bekannt.

In einer daraufhin eingerichteten 150-Kilometer-Restriktionszone rund um den betroffenen Betrieb liegt auch der Kreis Olpe.

Aufgrund des Nachweises der Blauzungenkrankheit hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Kreis Olpe am 22. Januar 2019 angewiesen, das gesamte Kreisgebiet zum Sperrgebiet zu erklären.

Halter von Rindern, Schafen und Ziegen müssen ihren Tierbestand, falls noch nicht geschehen, beim Veterinäramt des Kreises Olpe melden. Anzeichen einer Infektion bei einem oder mehreren Tieren müssen unverzüglich bei der Veterinärbehörde gemeldet werden. Im Sperrgebiet sind Transporte von Rindern, Schafen oder Ziegen in restriktionsfreie Gebiete außerdem verboten. Nur in Ausnahmefällen und unter Beachtung veterinärbehördlicher Auflagen dürfen Tiere das Sperrgebiet verlassen.

Diese Regelungen sind am 25. Januar 2019 in Kraft getreten und nach wie vor gültig. 

Mit Geltungsbeginn der Verordnung (EU) 2016/429 (Tiergesundheitsrechtakt / Animal Health Law) zum 21. April 2021 ergeben sich Änderungen in Bezug auf die Verbringungsregelungen aus nicht BT-freien Gebieten (Kreis Olpe) in BT-freie Gebiete.

Einteilung der Gebiete (siehe Anlage 1):

BT-freie Gebiete:
Aufzählung A

Nicht BT-freie Gebiete, die nach Aufhebung nicht unter das Tilgungsprogramm fallen:
Aufzählung B (Kreis Olpe)

Nicht BT-freie Gebiete, die nach Aufhebung unter das Tilgungsprogramm fallen:
Aufzählung C

 

 Regelungen zum Verbringen von Rindern

Der Kreis Olpe gehört zu den Gebieten, die bisher in der BT-Sperrzone lagen und für die nach der Verordnung (EG) 1266/2007 durch das Ministerium (MULNV NRW) ein Antrag auf BT-Freiheit bei der EU-Kommission gestellt wurde und von der EU-Kommission zum 21.04.2021 nicht als BT-freie Region in Durchführungsverordnung gelistet wurde. Diese Gebiete gelten demzufolge nach dem AHL als nicht BT-frei, aber nicht als Gebiete, die unter ein BT-Tilgungsprogramm fallen werden. Die Verbringungsregelungen der Delegierten Verordnung (EU) 2020/689 für nicht BT-freie Gebiete sind entsprechend zu beachten. Sobald die Listung der Gebiete durch die EU-Kommission erfolgt ist und der Status BT-frei gemäß AHL zuerkannt wurde, wird die entsprechende Information hier erscheinen.

Zum 21.04.2021 verlieren alle bisher gültigen, bilateralen Abkommen mit anderen EU-Mitgliedstaaten ihre Gültigkeit. Die dann gültigen Verbringungsregelungen finden sich in der Delegierten Verordnung (EU) 2020/689, Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1. Die Voraussetzungen, unter denen Tiere empfänglicher Arten verbracht werden dürfen, sind im Folgenden in verkürzter Form aufgeführt:

Verbringen von Tieren, die nicht aus einem BT-freien Gebiet stammen (Kreis Olpe) in BT-freie Gebiete:

  • Die Tiere wurden in den letzten 60 Tagen vor dem Verbringen im Herkunftsbetrieb gehalten, sie befinden sich innerhalb des durch den Impfstoffhersteller garantierten Immunitätszeitraums und wurden mind. 60 Tage vor dem Verbringen geimpft,

oder

  • die Tiere wurden in den letzten 60 Tagen vor dem Verbringen im Herkunftsbetrieb gehalten, sie wurden mit einem inaktivierten Impfstoff geimpft, sie befinden sich innerhalb des durch den Impfstoffhersteller garantierten Immunitätszeitraums, und wurden mit einem Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an Proben durchgeführt wurde, die mind. 14 Tage nach Einsetzen der Immunität (entsprechend der Angaben des Impfstoffherstellers) entnommen wurden,

oder

  • die Tiere wurden mind. 60 Tage vor dem Verbringen mit einem Positivbefund auf Antikörper gegen BTV8 getestet. Solange keine weiteren BTV-Serotypen in Deutschland auftreten, kann, auch ein Test verwendet werden, der Antikörper gegen die einzelnen Serotypen nicht unterscheiden kann. Diese Möglichkeit gilt für Tiere, die geimpft oder auf natürlichem Weg immunisiert wurden,

oder

  • die Tiere wurden mind. 30 Tage vor dem Verbringen mit einem Positivbefund auf Antikörper gegen BTV8 getestet. Solange keine weiteren BTV-Serotypen in Deutschland auftreten, kann, auch ein Test verwendet werden, der Antikörper gegen die einzelnen Serotypen nicht unterscheiden kann. Zusätzlich wurden die Tiere mit Negativbefund einem PCR-Test unterzogen, der an frühestens 14 Tage vor dem Verbringen entnommenen Proben durchgeführt wurde. Diese Möglichkeit gilt für Tiere, die geimpft oder auf natürlichem Weg immunisiert wurden.

Verbringen von Tieren, die aus einem nicht BT-freien Gebiet stammen (Kreis Olpe) und zur sofortigen Schlachtung in einem BT-freien Gebiet bestimmt sind:

Die Tiere sind zur sofortigen Schlachtung bestimmt. In ihrem Ursprungsbetrieb wurde in den letzten 30 Tagen vor dem Verbringen kein Fall von BT nachgewiesen. Die Tiere werden direkt zum Bestimmungsschlachthof transportiert und dort innerhalb von 24 Stunden nach der Ankunft geschlachtet. Zusätzlich hat der Betreiber des Herkunftsbetriebs den Betreiber des Bestimmungsschlachthofs mind. 48 Stunden vor der Verladung der Tiere über die Verbringung informiert.

Sonderregelungen für Tiere, die jünger als 90 Tage sind (Kälber) und aus nicht BT-freien Gebieten stammen (Kreis Olpe):

Es besteht folgende Sonderregelung für das Verbringen in BT-freie Gebiete innerhalb Deutschlands und für das Verbringen aus nicht BT-freien Mitgliedstaaten in BT-freie Gebiete in Deutschland:

  • Kälber, Schafe und Ziegen bis zu einem Lebensalter von max. 90 Tagen, die seit ihrer Geburt, und ihre Mütter mindestens die letzten 60 Tage vor der Verbringung der Jungtiere, im Herkunftsbetrieb gehalten wurden, dürfen in BT-freie Gebiete innerhalb Deutschlands verbracht werden, wenn sie zusätzlich die folgenden Bedingungen erfüllen:

 

  • die Mütter wurden vor der Belegung entsprechend der Herstellerangaben gegen alle während der letzten zwei Jahre in dem betroffenen Gebiet oder Mitgliedstaat gemeldeten BTV-Serotypen 1-24 geimpft und die Kälber / Lämmer haben innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt Kolostrum der eigenen Mutter aufgenommen und werden von einer Tierhaltererklärung begleitet, in der die Kolostrumaufnahme bestätigt wird (siehe Anlage 3 und 4),

oder

  • die Mütter wurden mind. 28 Tage vor der Geburt entsprechend der Herstellerangaben gegen alle während der letzten zwei Jahre in dem betroffenen Gebiet oder Mitgliedstaat gemeldeten BTV-Serotypen 1-24 geimpft. Die Kälber / Lämmer haben innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt Kolostrum der eigenen Mutter aufgenommen und werden von einer Tierhaltererklärung begleitet, in der die Kolostrumaufnahme bestätigt wird (siehe Anlage 3 und 4) und für die Kälber / Lämmer liegt eine PCR-Untersuchung mit einem negativen Ergebnis für BT aus einer höchstens 14 Tage vor dem Verbringen entnommenen Probe vor.

Weitere Sonderregelung für das Verbringen von Kälbern aus nicht BT-freien Gebieten in die Niederlande (ebenfalls Kreis Olpe):

Nach derzeitigem Kenntnisstand bleibt die bisher gültige Ausnahme für Kälber bis zu einem Lebensalter von max. 90 Tagen, die einem PCR-Test mit negativem Ergebnis unterzogen wurden und mit einem äußerlich anzuwendenden Insektizid gegen den Vektor Culicoides behandelt wurden, bestehen. Dabei muss die Repellentbehandlung mind. 14 Tage vor dem Verbringen erfolgen und die Probe für die PCR-Untersuchung darf frühestens 14 Tage nach Beginn der Repellentbehandlung entnommen werden. Eine schriftliche Bestätigung aus den Niederlanden liegt bisher allerdings nicht vor. Diese Regelung steht deshalb unter Vorbehalt. Sobald uns hierzu nähere Informationen vorliegen, werden wir Sie umgehend an dieser Stelle informieren.

Weitere Sonderregelung für das Verbringen von Kälbern aus nicht BT-freien Gebieten (ebenfalls Kreis Olpe) nach Belgien:

Vom Tieralter unabhängige Bedingungen:

1) Die Tiere werden für eine Dauer von mindestens 14 Tagen vor dem Tag der Verbringung durch Insektizide oder Repellents geschützt

und

für sie liegt ein PCR-Test mit Negativbefund vor, der an Blutproben durchgeführt wurde, die mindestens 14 Tage nach dem Schutz vor Vektoren entnommen wurden. (Die Zusammenfassung der Einzelproben in einer Sammelprobe (1/3) ist zulässig.) (Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 Nummer 6 der Verordnung (EU) 2020/689)

2) Für BTV-8 liegen keine Bedingungen vor.

(Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 Nummer 8 der Verordnung (EU) 2020/689)

Bedingungen bei Tieren, die älter als 70 Tage sind:

Die Tiere müssen gegen sämtliche Serotypen der Blauzungenkrankheit (1-24) außer BTV-8 geimpft sein, die in den letzten zwei Jahren im Herkunftsmitgliedstaat oder der Herkunftszone gemeldet worden sind.

Die Verbringungen müssen mindestens 30 Tage nach Verabreichung der Impfung zur Grundimmunisierung (sofern der verwendete Impfstoff eine einmalige Dosis erfordert) oder 10 Tage nach Verabreichung der zweiten Impfung zur Grundimmunisierung (sofern der verwendete Impfstoff zwei Dosen erfordert) erfolgen.

(Anhang V Teil II Kapitel 2 Abschnitt 1 Nummer 7 der Verordnung (EU) 2020/689)

Tierhaltererklärungen als Anlage finden Sie rechts in der Seitennavigation. Aufgrund der zahlreichen Neuerungen werden sich in der nächsten Zeit weitere Änderungen, Anpassungen und Klärungen ergeben.

Vor Nachfragen per Telefon oder Email bitte ich Sie, diese Informationen sorgfältig zu lesen. Derzeit arbeiten alle Veterinärbehörden intensiv an diesem Thema und versuchen -auch im Sinne der Landwirtschaft- zu einer pragmatischen Lösung und einer verständlichen Übersicht der Verbringungswege zu kommen. 

Die Hoftierärzte werden gebeten bei der Einsendung von zu untersuchenden Proben folgende Hinweise zu beachten, damit die Vorgaben der belgischen/niederländischen/spanischen Behörden umgesetzt werden können:

  •  Die Untersuchungen sind durch die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter des Landes NRW (CVUÄ) durchzuführen
  • Als Probenmaterial sind ausschließlich EDTA-Blutproben einzusenden
  • Als Untersuchungsanträge sind ausschließlich elektronische HIT-Anträge zu verwenden; alle Angaben sind vollständig auszufüllen
  • Die Bestätigung, dass eine Repellentbehandlung der zu verbringenden Tiere durchgeführt wird, muss durch den Tierhalter handschriftlich mit Unterschriftsdatum und Unterschrift auf der ersten Seite des Untersuchungsantrags im Feld „Bemerkungen" notiert sein; ist dies nicht erfolgt, nehmen die Untersuchungsämter mit der Tierarztpraxis Kontakt auf, bevor die Laboruntersuchung durchgeführt wird
  • Auf den Untersuchungsanträgen (HIT) muss eindeutig auf dem Deckblatt unter „Bemerkungen“ vermerkt werden, ob das Verbringen nach NL oder BE vorgesehen ist.
  • Je Antrag ist nur ein Bestimmungsland zulässig – entweder NL oder BE, aber nicht beide.
  • Die zum jeweiligen Antrag gehörenden Proben müssen getrennt nach Bestimmungsland sortiert und die Umverpackung (50er Karton) mit dem Bestimmungsland gekennzeichnet sein.


Homepage des LANUV, die bei Neuerungen hinsichtlich BTV zeitnah aktualisiert wird

Homepage des LAVES, die bei Neuerungen hinsichtlich BTV zeitnah aktualisiert wird

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