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Erfahrungsaustausch von Menschen mit Behinderung und Kommunalpolitik

Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen trafen sich Betroffene mit Mitgliedern des Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises Olpe zu einem Erfahrungsaustausch. Mit dabei waren auch die Bürgermeister der Städte und Gemeinden. 

Das Gespräch, das bereits zum sechsten Mal stattfand, will Politiker für die Belange von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und dazu beitragen, dass Hindernisse abgebaut und eine gleichberechtige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben für alle Menschen möglich wird.   

Zunächst berichteten Vertreter des Werkstattrates der Werthmann-Werkstätten und der Bewohner-, Nutzer- und Klientenbeiräte der Behindertenhilfe von ihrer Arbeit. Auch die Schülervertretung der Max von der Grün-Schule gab einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit der Schülervertretung und die Lebenswirklichkeit von  Schülerinnen und Schülern mit Unterstützungsbedarf. 

In kleinen Gesprächsrunden wurden dann meist schon bekannte Probleme benannt, die aber einer gleichberechtigten Teilhabe immer noch entgegenstehen:
Der  nicht durchgängig  barrierefrei ausgebaute Personennahverkehr.
Viele öffentliche Gebäude wie Gaststätten, Geschäfte, Arztpraxen, Verwaltungen sowie Versammlungs- und Freizeitstätten sind für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nicht zugänglich und nutzbar.
Mitarbeiter der Werthmann Werkstatt erhalten nur einen geringen Lohn ausgezahlt, da ein Teil davon auf die Leistungen der Grundsicherung undEingliederungshilfe angerechnet wird.
Barrierefreier Wohnraum ist in Gebieten mit ausreichender Infrastruktur kaum verfügbar und bezahlbar.
Menschen mit psychischen Behinderungen hoffen auf mehr Verständnis, da ihre Beeinträchtigungen nicht so augenfällig sind.  

Wenn auch zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN Behindertenrechtskonvention noch viel getan werden muss, wie es Udo Dittmann vonder Akademie Biggesee formulierte, zeigten sich die Teilnehmer davon überzeugt, dass der regelmäßige Erfahrungsaustausch einen wertvollen Beitrag dazu leiste, Barrieren zu erkennen und abzubauen. 

Die Veranstaltung wurde vorbereitet von der Behindertenbeauftragten des Kreises Olpe sowie Vertretern des Caritasverbandes für den Kreis Olpe, der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen, der Diakonie in Südwestfalen Sozialdienste, des Sozialwerkes St. Georg, der Reselve und der Max von der Grün-Schule.

Erfahrungsaustausch
Der Erfahrungsaustausch im Kreishaus war auf große Resonanz gestoßen.